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Putins Bitcoin-Geschenk hat einen Haken

Warum die Öffnung mehr mit Kontrolle als mit Freiheit zu tun haben könnte


Lieber Bitler,

Ausgerechnet Putin macht Bitcoin salonfähig. Der Staat, der Krypto jahrelang am meisten gefürchtet hat, öffnet sich. So klangen die Meldungen letzte Woche. Nach einem Sieg für Bitcoin.

Ist es das wirklich?

Was erlaubt werden kann, kann auch wieder verboten werden. Ab dem 1. September dürfen Russen genau drei Coins kaufen: Bitcoin, Ethereum und USDT. Mehr nicht. Und das auch nur bis 3.600 Dollar im Jahr. Willkommen im „freien Markt", Zutritt nur mit Bändchen.

Dahinter steckt die eigentliche Frage. Ein Geld, das man erst erlauben muss: Ist das überhaupt noch das Geld, für das Bitcoin gebaut wurde?

Um die Meldung einzuordnen, muss man wissen, wo Russland herkommt. Russland war jahrelang einer der härtesten Bitcoin-Gegner. 2022 wollte die Zentralbank Handel und Mining komplett verbieten. Krypto galt als Bedrohung für den Rubel.

Dann kamen die Sanktionen. Plötzlich war nützlich, was eben noch verboten werden sollte: Krypto als Weg am westlichen Finanzsystem vorbei. 2024 legalisierte Russland das Mining und erlaubte Krypto im Außenhandel. Der Staat hat seine Haltung nicht aus Überzeugung geändert, sondern aus Kalkül. Das erklärt, warum die Öffnung jetzt kontrolliert, gefiltert und an der kurzen Leine kommt. Für die Bevölkerung war das Thema jedoch weiterhin ein Tabu. Bis zu dieser Woche.

Die Staatsduma verabschiedete den Rahmen am 21. Juli, Putin unterzeichnete ihn am 4. August (Gesetz Nr. 282-FZ). Ab 1. September 2026 gilt er. Privatanleger dürfen zunächst nur Bitcoin, Ethereum und USDT kaufen. Die Grund: ein Coin braucht über zwei Jahre 60 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung, 12 Milliarden Dollar Tagesvolumen und fünf Jahre Preishistorie. Im Juni standen noch fünf Coins auf der Liste, am Ende blieben drei.

300.000 Rubel im Jahr, rund 3.600 Dollar, pro Vermittler statt pro Person. Über mehrere Broker geht also mehr. Für „qualifizierte" (wohlhabende) Anleger gilt sie gar nicht. Als Zahlungsmittel im Inland bleibt Krypto verboten, erlaubt sind nur Halten und grenzüberschreitender Handel. Parallel verschärfen russische Banken die Prüfung von Firmen-Transaktionen, USDT besonders im Blick.

Die Zahlen zeigen warum. Russlands Finanzministerium schätzt das tägliche Krypto-Volumen im Land auf 50 Milliarden Rubel, rund 129 Milliarden Dollar im Jahr, größtenteils außerhalb jeder Kontrolle. Ein Haupthebel dabei war der direkte Tausch zwischen Privatpersonen: Rubel gegen Krypto, ohne Börse, ohne Meldung. Genau diesen Kanal schließt das neue Gesetz. Wer jetzt kauft, tut das über lizenzierte Börsen, mit KYC, Meldepflicht und Obergrenze. Der Kanal wird sichtbar, und was sichtbar ist, lässt sich kontrollieren. Dazu passt, dass Banken parallel ihre Prüfung von Firmenkunden verschärfen: Es geht nicht um Misstrauen gegenüber Bitcoin, sondern darum, wer wie viel Geld wohin bewegt.

Legalisierung heißt hier nicht „wir vertrauen unseren Bürgern", sondern „wir wollen sehen, wohin unser Geld fließt". Der Staat tauscht einen unsichtbaren Schwarzmarkt von 129 Milliarden Dollar gegen einen sichtbaren, begrenzten Kanal. Für Putin ein besserer Deal, nicht wegen Bitcoin, sondern trotz Bitcoin.

Wo ich unsicher bin: Für den einzelnen Sparer ist selbst dieser enge, überwachte Zugang der erste legale Weg zu Bitcoin. Und die Liste erlaubter Coins ist nicht fest, sie wächst automatisch mit neuen Marktdaten. Aus einem Kontrollinstrument kann über Jahre trotzdem etwas werden, das mehr Menschen echten Zugang gibt, auch wenn das nicht die Absicht war.

Fazit: Das ist kein Sieg für Bitcoin, sondern der Versuch, 129 Milliarden Dollar Kapitalflucht zurück ins Sichtfeld des Staates zu holen, verpackt als Öffnung.

Stay humble & stack Sats

Vincent von Bits&Satoshis

Ps: Hat dir diese Ausgabe geholfen? Leite sie an jemanden weiter, der Bitcoin und Geld wirklich verstehen will, nicht nur die Schlagzeilen.


Disclaimer: Dieser Newsletter dient ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken. Der Newsletter bietet keine Finanzberatung und die hier bereitgestellten Inhalte stellen keine Anlageberatung dar. Bitte führe stets eigene Recherchen durch und konsultiere bei Bedarf einen professionellen Berater, bevor du finanzielle Entscheidungen triffst. Investitionen in Bitcoin und Vermögenswerte sind mit Risiken verbunden.


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